VDE 0701 Sicherheitsprüfung
von ortsveränderlichen Geräten

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Diese VDE - Norm legt die Anforderungen für die Prüfung der elektrischen Sicherheit bei Geräten nach einer Reparatur fest. Ortsveränderliche Betriebsmittel sind alle Geräte mit einem Steckeranschluss. Die Leistung dieser Geräte darf 3,6 kW nicht übersteigen.

Das heißt also, wenn ein Gerät in der Werkstatt repariert wird, muss es nach dieser Bestimmung geprüft werden. Die Norm VDE 702 gilt für Wiederholungsprüfungen und Inspektionen. Eine Elektrofachkraft, die in der Elektrotechnik eine Ausbildung absolviert hat und Gefahren erkennen kann, darf diese Prüfung mit den vorgeschriebenen Messgeräten vornehmen.

Zunächst untersucht man den zu prüfenden Gegenstand einer Sichtprüfung. Es werden Gehäuse, Abdeckungen, Anschlussleitungen, Zustand der Isolierung, Kühlöffnung, Sicherungshalter geprüft. Sehr oft ist z.B. der Knickschutz bei den Leitungseinführungen beschädigt. In einem Gerätestecker muss der PE-Leiter immer etwas länger sein als die anderen Leiter, damit wenn das Kabel unsachgemäß aus dem Stecker gezogen wird, der PE-Leiter als letztes getrennt wird. Es müssen die Kennzeichnungen (Aufkleber) am zu prüfenden Gegenstand begutachtet werden. Ferner werden die Gerätesicherungen geprüft, ob die Werte mit den Herstellerwerten übereinstimmen. Eine zu hoch bemessene Sicherung kann bei einem Kurzschluss Brandgefahr bedeuten. Für die eigentliche Prüfung verwenden wir einen Gerätetester und das Messobjekt befindet sich in einem spannungslosen Zustand.

Prüfung nach VDE 701 Teil 1 an spannungslosen Geräten

Das zu prüfende Gerät oder Betriebsmittel wird während der Prüfung an die Prüfsteckdose des Gerätetesters angeschlossen. Vor der Messung an Geräten der Schutzklasse I wird der Schutzleiterdurchgang geprüft. Dieses lässt sich mit einer Prüftaste am Gerätetester feststellen. Ist der Schutzleiter nicht unterbrochen, wird das Betriebsmittel eingeschaltet. Im Deckel des Gerätetesters befindet sich meistens eine Beschreibung über die Einstellung, bzw. wie die Prüfung durchgeführt wird.

Danach wird mit einer Messleitung das Metallgehäuse an verschiedenen Stellen abgetastet. Bei Kaffeemaschinen muss wegen einer oxidierten Wärmeplatte mit der Messspitze manchmal etwas gekratzt werden. Bei der ersten Messung wird bei Geräten der Schutzklasse I der Widerstand des Schutzleiters gemessen. Bei einer Anschlussleitung von 5m Länge darf er 0,3 Ω nicht überschreiten. Wegen der Messunsicherheit sollte das Messergebnis unter 0,26 Ω liegen. Während dieser Messung muss das Anschlusskabel bewegt werden, denn oft treten dort Wackelkontakte auf. Ist der Schutzleiter hochohmig oder gar unterbrochen bedeutet das bei einem möglichen Isolationsfehler, Lebensgefahr. Steht das metallische Gehäuse bei einem Isolationsfehler unter Spannung, so kann diese gefährliche Berührungsspannung nicht mehr durch den unterbrochenen Schutzleiter sicher abgeleitet werden, und die vorgeschaltete Sicherung kann nicht mehr die Spannungsversorgung abschalten. Bei Berührung fließt dann im Fehlerfall der Strom über den menschlichen Körper und ist ab 25mA lebensgefährlich. Ist die Anschlussleitung länger als 5m dürfen für je weitere 7,5m 0,1 Ω hinzugerechnet werden. Der maximale Anschlusswert liegt bei 1 Ω. Das reicht für eine Kabeltrommel bis zu ca. 50 Meter. Zwei Kabeltrommeln hintereinander dürfen nicht gesteckt werden, sonst ist der Widerstand des Schutzleiters zu hoch, und die VDE-Bestimmungen werden nicht eingehalten.

Als nächste Messung wird der Isolationswiderstand gemessen.

Bei Geräten der Schutzklasse I beträgt er mindestens1,0 MΩ

Bei Geräten der Schutzklasse I mit eingeschalteten Heizelementen mindestens 0,3 MΩ

Bei Geräten der Schutzklasse II mindestens 2 MΩ

Bei Geräten der Schutzklasse III mindestens 250 KΩ oder mindestens 1 KΩ pro Volt

Bei manchen elektronischen Betriebsmitteln kann der Isolationswiderstand nicht gemessen werden, weil die empfindliche Elektronik durch die Mess-Spannung beschädigt würde. In diesem Fall kann der Schutzleiterstrom gemessen werden.

VDE 701 Teil 200 Ersatzableitstrom bei Heizgeräten, vom Versorgungsnetz getrennt

Bei Schutzklasse I darf der maximale Wert von 1mA pro 1 kW Leistung nicht überschritten werden. Also bei Geräten mit Steckeranschluss ist der maximale Wert 3,5kW, das entspricht als Höchstgrenze 3,5mA.

Bei Geräten der Schutzklasse II und III entfällt diese Messung, da kein Schutzleiter vorhanden ist.

Bei Geräten der Schutzklasse II wird der Berührungsstrom bei berührbaren leitfähigen Teilen über die bedienende Person zur Erde gemessen. Als Beispiel dient ein DVD-Player oder eine Set Top Box. Der Berührungsstrom darf 0,5mA nicht überschreiten.

über diese Sicherheitsmessungen ist in geeigneter Weise ein Protokoll zu führen. Nicht sichere Geräte sind zu kennzeichnen zusätzlich einer schriftlichen Information für den Kunden.

Prüfung ortsveränderlicher Geräte
in Berlin
Tel.: (030) 45 48 22 81

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© MH-Anlagentechnik GmbH- Letzte Änderung 01.04.2010

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