Unfallverhütung bei einer Fernsehreparatur

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Wie in allen anderen Berufen und Arbeitsplätzen müssen auch im Berufsalltag des Informationselektronikers bestimmte Unfallverhütungsvorschriften beachtet und eingehalten werden. Dem Informationselektroniker begegnen viele Gefahren im beruflichen Alltag, sei es die Gefahren des elektrischen Stromes bei einer Fernsehreparatur oder während der Arbeiten beim Antennenbau.

Personen in elektrischen Werkstätten und Prüfplätzen sind gegen die Gefahren des elektrischen Stromes zu schützen. Bei einer Fernsehreparatur ist man diesen Gefahren besonders ausgesetzt. Es sind daher nur Elektrofachkräfte oder zumindest elektrotechnisch unterwiesene Personen mit Reparatur- und Prüfarbeiten zu beauftragen, die ein bestimmtes Verantwortungsbewusstsein besitzen und die möglichen Gefahren des elektrischen Stromes erkennen können. Bei einem Reparaturplatz für Fernsehgeräte und anderen Geräten der Unterhaltungselektronik, müssen gegen die Gefahr des elektrischen Stromflusses durch den menschlichen Körper gegen Erde, besondere Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden.

Als Schutz gegen eine elektrische Körperdurchströmung muss der Standort des Reparaturplatzes gut isoliert werden. Der gesamte Stromkreis in der Werkstatt muss mit einem 30mA FI-Schutzschalter (RCD) gegen Fehlerströme abgesichert werden. Das zu prüfende oder zu reparierende Gerät muss während der Reparatur an einem Trenntrafo angeschlossen werden. Die Schutztrennung nach VDE 0100 Teil 410 ist bei einer Fernsehreparatur die beste Lösung gegen elektrische Unfälle, zumal die Isolierung am Standort meistens zu keiner befriedigenden Lösung führt.

 Fernsehreparatur in der Werkstatt

Damit ein Trenntrafo auch die geforderte Sicherheit gewährleistet, muss er eine verstärkte Isolation zwischen Primär- und Sekundärwicklung verfügen. In der VDE 0551 und der DIN EN 60742 sind die Anforderungen festgelegt. Auf dem Trenntrafo sollte das irgendwie vermerkt sein, und er sollte nur aus seriöser Herkunft stammen. An der Sekundärwicklung des Trenntrafos darf immer nur ein Gerät angeschlossen werden, sonst hebt sich die Schutztrennung auf. Das Betreiben mehrerer Steckdosen an dem Sekundärausgang des Trenntrafos ist nicht zulässig. Bei der Reparatur von Fernsehgeräten und anderen elektronischen Geräten ist es zweckmäßig einen Regeltrenntrafo zu verwenden, mit dem der Prüfling gleich auf Unterspannung getestet werden kann. Nur mit Hilfe der Schutztrennung bzw. des Trenntrafos ist es möglich, Messungen mit einem Oszilloskop im primären Teil eines Schaltnetzteiles durchzuführen. Deshalb wird jeder Auszubildende am ersten Tag seiner Ausbildung im Informationselektronikerhandwerk darauf hingewiesen, Geräte die repariert oder geöffnet werden sollen, nur am Trenntrafo anzuschließen.

Am Arbeitsplatz sollten Arbeitsleuchten, Lötkolben usw. in schutzisolierter Ausführung ( Schutzklasse II ) verwendet werden. Alle Messgeräte wie Meßsender, Farbgenerator, Oszilloskop sollen über einen Fehlerstromschutzschalter (RCD) betrieben werden.

Antennendosen sind in der Regel geerdet. Hier kann man nur Antennenadapter mit galvanischer Trennung des Erdpotenzials verwenden. Insbesondere bei Arbeiten in der Wohnung des Kunden ist die galvanische Trennung vom Erdpotenzial bei Antennenkabeln während der Fernsehreparatur bzw. öffnung des Fernsehgerätes sehr wichtig, und der dann verwendete Antennenadapter gewährleistet die Erdfreiheit der Antennenleitung. Bei der Reparatur beim Kunden ist das Mitführen eines schweren Trenntrafos im wahrsten Sinne des Wortes schwierig und nicht sehr sinnvoll. Wärend der Fernsehreparatur soll das Gerät über einen mobilen FI-Schutzschalter betrieben werden. Im Fehlerfall trennt dieser Schutzschalter dann bei Fehlerströmen bis max. 30mA den Reparaturgegenstand vom Versorgungsnetz, und kann somit den Techniker das Leben retten. Ferner sollte man bei einer Fernsehreparatur in der Wohnung des Kunden auf geerdete Teile wie Heizungsrohre oder Heizkörper achten.

Eine große Beachtung sollte man der Behandlung von Bildröhren widmen. Bildröhren sind evakuiert, d.h. sie sind luftleer und somit besteht eine Implosionsgefahr. Es wird unterschieden zwischen nicht implosionsgeschützten und implosionsgeschützten Bildröhren. Die nicht implosionsgeschützten Bildröhren gibt es nur bei ca. 30 Jahre alten Fernsehgeräten und sind nur noch selten anzutreffen.

Bei einer Fernsehreparatur muss vor dem Ausbau einer Bildröhre sichergestellt sein, dass sie keine elektrische Ladung mehr trägt. Zwischen dem Anodenanschluss und der Masse wird ein hochohmiger Widerstand ca. 10KΩ geschaltet um die Bildröhre zu entladen. Wegen dielektrischer Nachwirkungen sollte die Entladung bis zu einer Minute ausgedehnt werden.

Vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Entsorgungsproblematik sollten Bildröhren geschützt gelagert und transportiert werden. Lohnt sich eine Fernsehreparatur aus finanziellen Gründen nicht mehr, so muss vor der Entsorgung des Gerätes die Bildröhre belüftet werden. Eine Belüftung der Bildröhre kommt besondere Bedeutung zu. Nach dem mehrfachen Entladen mit einem Widerstand, wird am Bildröhrensockel der Luftansaugstutzen vorsichtig abgebrochen, und somit die Bildröhre belüftet. Bei solchen Arbeiten muss ein Gesichtsschutz getragen werden, um evt. Augen- und Gesichtsverletzungen zu vermeiden.

Moderne große Plasma Fernsehgeräte dürfen nur stehend transportiert oder gelagert werden. Während der Fernsehreparatur bei einem Plasma Fernsehgerät ist eine spezielle Haltevorrichtung zu verwenden.

In Elektronikgeräten die ab 2006 gefertigt wurden, ist bleifreies Lötzinn vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Für die Mitarbeiter in der Werkstatt ist bleifreies Lötzinn nicht gesünder. Die von einer Lötstelle ausgehenden Gase sollten abgeführt werden. Bei einer bleifreien Lötung sind höhere Temeraturen notwendig, dadurch wird eine verstärkte Gasentwicklung aus der Kolophoniumfüllung des Lötzinns verursacht. In den Räumen in denen gelötet wird, sollte stets gut gelüftet werden. In diesen Räumen nicht essen oder trinken. Der Qualm des Lötzinns ist ähnlich dem Zigarettenrauch krebserregend. An den Händen haftene Lötzinnspuren könnten in den menschlichen Körper gelangen. Also vor dem Essen die Hände waschen.

Bei Arbeiten an DVD Geräten und CD-Playern sollte man im Betrieb auf keinen Fall in die Lasereinheit direkt hineinschauen. Reingungsmittel sowie Kontakt-, Kälte-Sprays sind in einem geschossenen Schrank wegen Brandgefahr aufzubewahren. In jeder Werkstatt sollte eine Brandschutzdecke, ein Feuerlöscher und zuletzt eine Erste Hilfe Ausrüstung nicht fehlen. Eine Tafel mit den Adressen der nächstgelegenden Durchgangs- oder Unfallärzte ist sichtbar aufzuhängen.

Ausbildungsbetriebe wie z.B. der Express-Fernsehdienst wurden vor Erhalt der Ausbildungsgenehmigung auf Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften von der Handwerkskammer geprüft, und müssen regelmäßig an Kursen der Berufsgenossenschaften zur Unfallverhütung teilnehmen.

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© MH-Anlagentechnik GmbH - Letzte Änderung 01.04.2010

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